· 

Landschaftsqualität & Biodiversität

 

Landschaftsdiversität & Bioqualität

 

 

 

Was erforscht wird auf dem Felde ist für den Laien oft nicht einsichtig, doch in der Wissenschaft sind andere Zusammenhänge vorgegeben als zum Beispiel beim Drehen eines Traktor- Zundschlüssels. Interessiert ist, was vor dem Mähen und nach dem Mähen passiert. Das Leben geht weiter.

 

 

Selber wollte ich mich nicht der gängigen, oder der wohl eher fahrenden Meinung anschliessen, die Grünen in den Ökobüros seien nur auf Geld aus und würden Sachen herausfinden die man selber schon längst wisse.

 

Der Beitrag für Landschaftsqualität auf meiner Alp wird dafür gesprochen, dass ich den Wanderweg der hinüber nach Italien führt, von Kuhfladen reinige, verursacht durch die Eringer Kampfkühe. Ausschlaggebend war nicht, dass dieser Weg in die ehemalige Partisanenrepublik Ossola während der deutschen Besetzung führt, sondern dass er im „Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz IVS“ aufgeführt ist. Zusatzvermerk: „historischen Verlauf mit viel Substanz“. Gerne trage ich mit meinem Sein als gehender Mensch auf diesem Weg und Kuhscheisse wegbefördernd zu dieser Substanz bei. Daran denkend dieser Weg historisch seit jeher mit Mist belegt ist, einst mit dem Miste zahlreicher Mulis die leichtfüssig Salzstöcke ins Land brachten. Nun handeln wir halt mit historischer Substanz. Von etwas muss man ja leben, wie Hitsch manchmal sagt in seiner Vielfalt.

 

 

Der Alpkontrollör kommt nicht unbedingt aus dem akademischen Bereich, man weiss nicht so recht was er so weiss. Er will dass eine unterbestossene, etwas vergessene Weide besser abgeweidet wird. Die Herde verweilt da nur kurz, schnuppert ein bisschen herum, sie weiss, ja sie weiss es eben, nur eine Viertelstunde weiter oben, da wird es saftig. Ach sie sind wie die Kinder.

 

 

 

Auf der selben Karte von Swisstopo - übrigens eine Topkarte, ein Fundus, alles was je erhoben wurde von den Ämtern ist abrufbar, doch soll man nicht rufen, das ist nicht so gemeint, das ist einfach so ein Wort, einfach kein englisches, der Rechner hört dich nicht- auf der alle historischen Wege eingezeichnet sind, ist der beschriebene Ort zur Weideverbesserung im „Bundesinventar der Trockenweiden von nationaler Bedeutung (TWW)“ verzeichnet.

 

Was nun ist eigentlich eine Trockenweide? Zitat Bundesamt: Sie ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen extensiven Bewirtschaftung und einer traditionellen Landwirtschaft. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist der Bestand der Trockenwiesen und –weiden um rund 90% zurückgegangen. Aktuell sind 3631 Objekte in Kraft. Kraft braucht es dazu immer noch.

 

 

 

Die Frage die sich mir stellt ist, ob der Entscheid der Alpmeisterin, da nun mit 2 Mulis (von mir eingezäunt) zu intervenieren, das richtige Vorgehen war. Das war ja eher eine intensive Nutzung und Mulis, das wissen viele nicht, auch die Biobotaniker, scheissen sehr viel. Mit dem herumliegenden Mulidung habe ich dann die ganze Sache einer bäuerlichen Ader folgend, intensiv eingemistet. Mist ist des Bauern List, wie Hitsch auch schon gesagt hat.

 

 

 

Ihr Vladimir Kurtz, Kampfkuhhirte nationaler Bedeutung.