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Engadin Art Talks

 

Der gebürtige Thurgauer Hans-Ulrich Obrist hatte einst Soglio entdeckt. So ist er logischerweise auch im Engadin. Oder umgekehrt. "Mit „Engadin Art Talks, die ich zusammen mit Daniel Baumann, Bice Curiger und Philipp Ursprung kuratiere“ sagt er. Sie kommen als Multiplikatoren und haben Lockvögel in ihren Käfigen.

 

Zum Beispiel Julian Charrière (1987), a French-Swiss artist based in Berlin, Germany. Ein Meisterschüler von Olafur Eliasson. Julian hat mit einem Bunsenbrenner versucht, einen Eisberg zu schmelzen. Mit 1457macht er die meisten Klicks auf den Streams von E.A.T. E.A.T hat ja nichts mit Essen zu tun, sondern mit reden. Engadin Art Talks. Julian Charriere kam persönlich nach Zuoz. Die Talks werden meistens auf englisch geführt und bei der Vorstellung des Stars und seines Werkes wurde der Moderator aus dem Publikum heraus aufgefordert, englisch zu sprechen. Das tat er augenblicklich. Bald wird man neben der rätoromanischen auch die deutsche Sprache im Engadin beschützen müssen. Und darüber Einheimische befragen in einem Stream.

 

Eine wie Leo Tuor. Auch ihm kann man zuhören. Ihm, den man nicht oft zu hören bekommt. Leider. Er redet über den Kanton Graubünden und seine Strassen und Wege, die Bündner Mafia und über das aus der Hütte gehen und wie schnell doch der Hund bereit ist dafür und man selber noch einige Zeit aufwendet um bereit zu sein. Longue durée stream. Sehr schön. Ohne Ähm…..

 

Denn man hätte diese Kultur-Veranstaltung auch „Ähm…“ taufen können, dieses Wort (oder war es Atemholen) macht etwa einen Viertel der gesprochenen Wörter aus. Ob die sprechenden Künstler per Wort bezahlt wurden ? 350 kunstaffine Menschen haben sich auf Youtoube bei E.A.T. abonniert. Die Anzahl von Klicks liegen zwischen 27 und 110. In Anlehnung an die Kunstaktionen Charriers in der Arktis wurden die Talks ähm draussen abgehalten, manchma bei ähm  mittleren Schneestürmen.

 

Die Hauptsponsoren: Gübelin Schmuck- und Luxusuhren, J.P. Morgan Bank, Phillips, the leading auction house for art, design, watches. Julian Charriere: «Ich brauche Spezialisten. Für Technik und Bau, für die Steuererklärung und für die Adminis­tration. Natürlich habe ich dabei die Verantwortung, dass wir genug Arbeit haben und Geld reinkommt.»

 

The Engadiner Post: Die nach Zuoz, S-chanf und Madulain geladenen Persönlichkeiten locken dank ihrer Funktion als Multiplikatoren auch die Print- und sozialen Medien an. Dass die Logiernächte an diesem Wochenende anschwellen, ist nur die unmittelbar sichtbare Spitze des Eisberges. Strahlkraft nach aussen und Marketing für das Engadin garantiert.